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«Computerworld», Ausgabe vom 20. Februar 2004
Am Mittwoch proklamierte die Open-Source-Szene in Bern: «Let’s open the Source» – und eröffnete die erste allgemeine Schweizer Foss-Veranstaltung. Claudia Bardola Wenn nicht eben eine Diskussion über die Foss-Strategie (freie und offene Software) des Bundes läuft, macht die Sch weizer Open-Source-Szene einen eher verschlafenen Eindruck. Doch unter ihrer Decke scheint es zu brodeln: Jetzt prokolamiert sie «Let’s open the Source» (Lots) – so der Name der Veranstaltung, die am Mittwoch an der Uni Bern über die Bühne ging. Gut 500 Besucher lockte der Event an, der sich als neutrale Foss-Plattform für Entwickler, Dienstleister und Anwender verstanden wissen will. In knapp 30 Referaten versuchte man, das Thema von verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten. So handelte etwa Keynote-Sprecher Mike Widmer, Präsident von Openlaw, die rechtlichen Aspekte ab, während sich André Schnabel von Openoffice.org den Vorteilen, die Dienstleister aus Foss-Projekten ziehen können, widmete. Aber auch mit Klischees sollte an der Tagung aufgeräumt werden. Etwa mit jenem, dass sich mit der «verschenkten Software» kein Geld verdienen lasse. Robert Rottermann von der Webdienstleisterin Redcor ist der Ansicht, dass auch Foss-Erzeugnisse den klassischen Marktgesetzen unterworfen sind – freilich mit einer differenzierteren Akzentsetzung. Allerdings, so Rotterman, spreche Opensource heute erst die Early-Adopter, also die Frühanwender, an. Um die breite Masse zu erreichen, sei noch einiges an Aufwand nötig. Einen zentralen Punkt bildete die Vorstellung verschiedener Foss-Projekte, wie etwa des Content - Management-Rahmenwerks Plone, Openoffice, oder der Schweizer Webshopplattform PhPeppershop. Umrahmt wurde der Event von Workshops und Präsentationen der 15 Firmenaussteller. So hat etwa die Zürcher Crixp die Tagung genutzt, um ihr Open-Source-CRM (Customer Relationship Management) Open-CRX auf den Markt zu schicken. Die komponentenbasierte Applikation soll sich an andere Systeme anbinden lassen und sowohl in Kleinunternehmen als auch in Enterprise-Umgebungen mit mehreren tausend Nutzern einsetzen lassen. Initiiert wurde die Veranstaltung von Matthias Stürmer, BWL- und Informatikstudent, Michael Moser, Mitgründer und Geschäftsführer der Linux-Dienstleisterin Adfinis und Jusstudent Urs Gehrig. Im Oktober stellte das Trio die Grundidee vor und rannte damit offene Türen ein. Im Dezember gründeten sie den Verein Lots, der sich die Verbreitung von Foss statuarisch zum Ziel gesetzt hat. Was das Konzept der Veranstaltung angeht, haben sich die Organisatoren an jenes des Linux-Tages in Deutschland gehalten. Schliesslich werde dieser bereits seit zehn Jahren durchgeführt und habe sich inzwischen als grösster Event seiner Art in Europa etabliert, so Vereinspräsident Stürmer. Eines steht für die Organisatoren fest: Im nächsten Jahr wird die Veranstaltung mehrtägig ausgerichtet.
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